Japan plant obligatorische Haftungsrücklagen für Kryptobörsen zum Schutz der Nutzer

Die japanische Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) bereitet neue Regeln vor, die den Handel mit digitalen Vermögenswerten dazu verpflichten, Haftungsrücklagen zu bilden und den Kunden im Falle von Hackerangriffen oder anderen Sicherheitsverletzungen einen besseren Schutz zu bieten.
Laut einem Bericht von Nikkei vom 24. November plant die FSA, dem Parlament im Jahr 2026 einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der Kryptobörsen verpflichten würde, spezielle Fonds zur Entschädigung von Nutzern für Verluste durch unautorisierte Abflüsse digitaler Vermögenswerte bereitzustellen. Dies würde auch dann gelten, wenn die Börsen Kundengelder in sicheren Cold Wallets verwahren – einem Bereich, für den derzeit keine Reservepflichten bestehen.
Die Höhe der Reserven wird noch diskutiert, aber es wird erwartet, dass der Rahmen den Anforderungen entspricht, die an traditionelle Wertpapierfirmen in Japan gestellt werden, die je nach ihrer Größe zwischen 2 Milliarden Yen und 40 Milliarden Yen (12,7 Millionen US-Dollar bis 255 Millionen US-Dollar) halten müssen.
Der Vorschlag stammt aus der laufenden Arbeit einer Arbeitsgruppe des Financial System Council (FSC). Der FSC – ein Beratungsgremium des Premierministers – überprüft Japans Regulierungen für digitale Vermögenswerte und erstellt einen umfassenden Bericht. Die Pflicht zur Bildung von Rücklagen wird eine seiner zentralen Empfehlungen sein.
Die bevorstehenden Regeln scheinen darauf abzuzielen, das Vertrauen in Japans Krypto-Ökosystem wiederherzustellen, nachdem mehrere schwere Hackerangriffe das Land erschüttert haben. Der jüngste Vorfall ereignete sich im Mai 2024, als die japanische Kryptobörse DMM durch eine Sicherheitslücke 305 Millionen US-Dollar verlor. Japan hat zudem eine lange Geschichte von aufsehenerregenden Börsenpleiten, allen voran der Zusammenbruch von Mt. Gox im Jahr 2014 nach dem Diebstahl von 800.000 BTC – ein Ereignis, das Gläubiger noch über ein Jahrzehnt später belastet.
Japan spielte auch in Chainalysis‘ Halbjahres-Update des Kryptokriminalitätsberichts 2025 eine wichtige Rolle. Das Unternehmen stellte fest, dass Japan weltweit den sechsten Platz in Bezug auf den gesamten gestohlenen Wert pro Opfer belegt und damit zu den Ländern zählt, die am stärksten von Kryptodiebstählen betroffen sind.
Um den Übergang zu erleichtern, erwägt die FSA, Börsen den Abschluss einer Versicherung anstelle der vollständigen Barhaltung der Reserve zu ermöglichen. Ziel ist es, den Verbraucherschutz mit einem für Krypto-Unternehmen realistisch umsetzbaren Regulierungsrahmen in Einklang zu bringen.