Barcelona distanziert sich nach Kritik von der Kryptowährung seines Sponsors

Nach Kritik von Anhängern und Beobachtern hat der FC Barcelona öffentlich klargestellt, dass er „keinerlei Verbindung“ zu einer von seinem neuen Krypto-Sponsor eingeführten digitalen Währung hat.
Sportvereine schließen häufig Sponsoringverträge in ungewöhnlichen Sektoren ab, um ihre Einnahmen zu steigern – so zum Beispiel als Arsenal 2023 eine Partnerschaft mit Persil für Textilpflegeprodukte einging und Manchester City im selben Jahr eine Partnerschaft mit Kellogg’s als offizieller Frühstücksflockenpartner einging.
Über Zero Knowledge Proof (ZKP), das Unternehmen, das Mitte November einen dreijährigen Sponsoringvertrag mit dem FC Barcelona abschloss, ist hingegen weit weniger bekannt. Kurz nach Bekanntgabe der Vereinbarung kündigte ZKP die Einführung einer eigenen Kryptowährung an. Dieser Schritt weckte Bedenken, dass Barcelona-Fans zum Investieren in den Token animiert werden könnten, woraufhin sich der Verein von dem Projekt distanzierte.
In einer Erklärung auf ihrer Website betonte der Verein: „Der Verein ist weder für die Ausgabe noch für die Verwaltung dieses Tokens verantwortlich oder daran beteiligt und nutzt auch nicht die damit verbundene Technologie.“
Informationen zu ZKP sind weiterhin rar. Das Unternehmen schloss Anfang November auch einen ähnlichen Sponsoringvertrag mit dem australischen Rugby-League-Team Dolphins ab. Laut Website wird das Projekt von einem „pseudonymen Kollektiv“ betrieben, das in „mehreren Jurisdiktionen“ aktiv ist. Das bedeutet, dass die Identität und der Aufenthaltsort der Verantwortlichen nicht offengelegt wurden.
Experten weisen darauf hin, dass Barcelonas globales Profil Krypto-Firmen wie ZKP enorme Sichtbarkeit verleiht. Gleichzeitig warnen sie jedoch vor erheblichen Risiken für Fans im Umgang mit intransparenten Projekten. Sponsoring könne ein trügerisches Gefühl von Glaubwürdigkeit erzeugen, so die Experten, und Fans sollten beim Kauf von Kryptowährungen äußerst vorsichtig sein. Wichtige Fragen – etwa wer den Token kontrolliert, wo die Dokumentation zu finden ist und welche Schutzmechanismen im Falle von Problemen bestehen – bleiben im Fall von ZKP weiterhin unbeantwortet.
Öffentliche Informationen über das Unternehmen sind rar, und es behauptet, keinen festen Hauptsitz zu haben. Berichten zufolge war in einer früheren Version der Geschäftsbedingungen ein Büro in Apia, der Hauptstadt von Samoa, aufgeführt.
Der Name „ZKP“ ist auch ein gebräuchlicher Begriff in der Blockchain-Technologie und bezeichnet eine Methode zur Verbesserung der Privatsphäre in verteilten Ledgern.
Das Sponsoring kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der FC Barcelona Berichten zufolge unter Druck steht, seine Einnahmen zu steigern und seine hohen Schulden zu bewältigen. Laut Finanzanalysten im Fußball könnten die jüngsten finanziellen Schwierigkeiten des Vereins ihn dazu verleitet haben, risikoreiche Werbeverträge ohne vollständige Transparenz einzugehen. Gleichzeitig streben Krypto-Unternehmen häufig nach Legitimität und Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit, und die Partnerschaft mit einem weltweit bekannten Fußballverein trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen.
Der ehemalige Jugendspieler des FC Barcelona, Xavier Vilajoana, der sich Berichten zufolge auf eine Kandidatur für das Präsidentenamt vorbereitet, forderte den Verein öffentlich auf, die Umstände des Sponsorings zu erläutern. Er hinterfragte zudem die Verbindung von ZKP zu Andrew Tate, einem von nur drei Accounts, denen das Krypto-Projekt auf X folgt. Der FC Barcelona wurde um weitere Aufklärung gebeten.